Heute habe ich meinen 37. Geburtstag

Am Samstag, 13.12.1980, um 18:15 Uhr, wollten mein Partner, der das Idiom „der Schnelle“  im Milieu erhalten hatte und ich mit dem Idiom „Rotfuchs“ versehen, am Hamburger Berg in St. Pauli, im „Bermuda-Dreieck“ in der üblen Schankwirtschaft D-Zug2, den uns bis dato nicht bekannten Berufsverbrecher Egon Suhr überprüfen. Die Schankwirtschaft befand sich neben dem berüchtigten „Elbschloss-Keller“ und vis a vis von dem „Goldenen Handschuh“, wo der mir bekannnte Serienmörder Fritz Honka sein Unwesen getrieben hatte

Der Zeitpunkt war exakt auf den Tag genau fünf Jahre nach dem tragischen Vorfall (13.12.1975) am Hans-Albers-Platz in der Friedrichstraße , wo in der Hotelbar des „King George“ unser Kollege aus dem Innendienst, Peter Koch“, bei einem Raufhandel mit zwei Zuhältern ums Leben kam. Koch war verheiratet und hatte eine tolle Frau und zwei niedliche, kleine Kinder. Ich sah ihn im Hafenkrankenhaus auf der Trage liegen, als der diensthabende Arzt den Beatmungstubus abnahm und mir mitteilte, dass das Zungenbein gebrochen war. Die beiden Zuhälter gingen später mit einem Freispruch aus dem Gerichtssaal.

Am 13.12.1980, um 18: 15 Uhr, suchten wir den D-Zug2″ auf. Wir arbeiteten uns in der vollbesetzten Schankwirtschaft durch die Rauchschwaden in die Mitte des Raumes, wo der uns bis dato nicht bekannte Berufsverbrecher Egon Suhr stand, den wir überprüfen wollten, weil er einer gesuchten Person ähnelte. Er zog sofort eine Pistole und richtete sie in einem Abstand von einem Meter auf meinen Brustkorb, während er schrie: „Hände hoch.“ Mein Partner warf sich blitzschnell auf ihn, das erste Geschoss verließ seine Pistole und pfiff an meinem linken Ohr vorbei in die Geschossdecke der Kneipe. Ein neben mir sitzender, 27 jähriger Gast und ein weiterer schwer verletzter Gast waren das Ergebnis von zwei darauffolgenden Schußintervallen von jeweils zwei Schüssen. Nach der dann folgenden Ladehemmung, drei Patronen befanden sich noch im Magazin, gelang es uns, den Verbrecher zu überwältgen. Suhr hatte bis dahin eine kriminelle Vita, bei dem sich bei  mir heute noch die Nackenhaare aufstellen.

Mein Dank gilt immer wieder meinem Partner, der damals dafür sorgte, dass seit dem Vorfall meinen beiden Kindern 37 Jahre lang, bis heute, ihr Vater erhalten blieb.

Heute werde ich erneut ein längeres Telefonat mit meinem ehemaligen Partner führen  und wir werden wieder versuchen, die Frage zu beantworten:  Wieso, weshalb, warum…

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