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Nachdem ich 41 Jahre und 150 Tage in Hamburg Sicherheit produziert habe, bin ich am 31.08.2007 als Kriminal-Hauptkommissar in den Ruhestand versetzt worden. Seit diesem Zeitpunkt lebe ich an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins in Friedrichskoog.

Heute feiere ich meinen 39. Geburtstag

Am Samstag, 13.12.1980, um 18:15 Uhr, wollten mein Partner, der das Idiom „der Schnelle“  im Milieu erhalten hatte und ich mit dem Idiom „Rotfuchs“ versehen, am Hamburger Berg in St. Pauli, im „Bermuda-Dreieck“ in der üblen Schankwirtschaft D-Zug2, den uns bis dato nicht bekannten Berufsverbrecher Egon Suhr überprüfen. Die Schankwirtschaft befand sich neben dem berüchtigten „Elbschloss-Keller“ und vis a vis von dem „Goldenen Handschuh“, wo der mir bekannnte Serienmörder Fritz Honka sein Unwesen getrieben hatte

Der Zeitpunkt war exakt auf den Tag genau sechsJahre nach dem tragischen Vorfall (13.12.1974) am Hans-Albers-Platz in der Friedrichstraße , wo in der Hotelbar des „King George“ unser Kollege aus dem Innendienst, Peter Koch, bei einem Raufhandel mit zwei Zuhältern ums Leben kam. Koch war verheiratet und hatte eine tolle Frau und zwei niedliche, kleine Kinder. Ich sah ihn im Hafenkrankenhaus auf der Trage liegen, als der diensthabende Arzt den Beatmungstubus abnahm und mir mitteilte, dass das Zungenbein gebrochen war. Die beiden Zuhälter gingen später mit einem Freispruch aus dem Gerichtssaal.

Am 13.12.1980, um 18: 15 Uhr, suchten wir den D-Zug2″ auf. Wir arbeiteten uns in der vollbesetzten Schankwirtschaft durch die Rauchschwaden in die Mitte des Raumes, wo der uns bis dato nicht bekannte Berufsverbrecher Egon Suhr stand, den wir überprüfen wollten, weil er einer gesuchten Person ähnelte. Er zog sofort eine Pistole und richtete sie in einem Abstand von einem Meter auf meinen Brustkorb, während er schrie: „Hände hoch.“ Mein Partner warf sich blitzschnell auf ihn, das erste Geschoss verließ seine Pistole und pfiff an meinem linken Ohr vorbei in die Geschossdecke der Kneipe. Ein neben mir sitzender, 27 jähriger Gast und ein weiterer schwer verletzter Gast waren das Ergebnis von zwei darauffolgenden Schußintervallen von jeweils zwei Schüssen. Nach der dann folgenden Ladehemmung, drei Patronen befanden sich noch im Magazin, gelang es uns, den Verbrecher zu überwältgen. Suhr hatte bis dahin eine kriminelle Vita, bei dem sich bei  mir heute noch die Nackenhaare aufstellen.

Mein Dank gilt immer wieder meinem Partner, der damals dafür sorgte, dass seit dem Vorfall meinen beiden Kindern 39 Jahre lang, bis heute, ihr Vater erhalten blieb.

Heute werde ich erneut ein längeres Telefonat mit meinem ehemaligen Partner führen  und wir werden wieder versuchen, die Frage zu beantworten:  Wieso, weshalb, warum…

Wohnen in der Herbertstraße

Hamburg-St. Pauli, Herbertstraße 1

Herbertstraße 1 in HH-St. Pauli

Der Pächter der Bordelleinheit Herbertstraße 1, hinter der Sichtschutzwand der Davidstraße, vorn links, hat den Wandel der Zeit erkannt und eine tüchtige Geschäftsidee umgesetzt. Über das Mietportal Airnb können die „Soliden“ bei ihrem HH-Besuch die zweite Etage für bis zu 6 Personen mieten. Während im Parterre die Frontdiseusen hinter den Koberfenstern ihre Dienste anbieten und in der ersten Etage den vereinbarten Dienstleistungen nachkommen, kann man die Wohnräume der Zweiten mangels Dirnen mieten. Aus einer Rezension wird ersichtlich, dass sich dort u.a. sechs solide Frauen eingemietet hatten, die einen Junggesellinenabschied gefeiert haben.

Hier der Link dazu:https://www.airbnb.de/rooms/32400778?fbclid=IwAR3CtSvBA-YY1FozmRw-XdvlK0ZfxjQd5dWoJk5QoqF4T0cPxJ08_yFdnZA&guests=1&adults=1&sl_alternate_dates_exclusion=true&source_impression_id=p3_1559566262_zThdY%2Bch%2BPWbavgE

Dieter Riechmann

https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Riechmann

Jahrgang 1944, wurde 1987 in den USA/ Florida, wegen Mordes an seiner Partnerin, der Prostituierten Kersten Kischnick , verurteilt. Die Todesstrafe wurde wegen Verfahrensmängeln in eine lebenslange Strafhaft gewandelt. Er befindet sich weiterhin in Haft. Riechmann hatte zu seinen Gunsten drei Lebensversicherungen für Kischnick mit einer Gesamtsumme von 1,7 Mio. D-Mark abgeschlossen. Er bestreitet nach wie vor, K. getötet zu haben. Siehe den Link bei WIKIPEDIA!

Mein Partner und ich haben RIECHMANN im November 1980 in HH-St. Pauli, im Großbordell „Eros-Center“, 266 Zimmer mit 174 Betten, in einer der 32 Bordelleinheiten, überprüft.

Riechmann war im Haus E im Salon „Tiffany“ als sogenannter „Wirtschafter“ tätig. Ein Wirtschafter ist für den ordnungsgemäßen Betriebsablauf verantwortlich, sorgt für die Logistik der Frontdiseusen, Hygieneartikel und Mahlzeiten der Dirnen, Ordnung im Salon und verwaltet die „Einnahmen“ der Prostituierten. Weiterhin sorgt er sich um den Fleiss der dort tätigen Dirnen, überwacht sie im Sinne derer Zuhälter und reicht die Einnahmen an die Luden weiter. Ein Wirtschafter war zu meiner Zeit stets auch ein Zuhälter. Riechmann ließ Kersten Kischnick dort „arbeiten“.

Riechmann fuhr damals einen Mercedes Benz 450 SL in metallicrot mit HL- Kennzeichen. Er wohnte seinerzeit in Lübeck.

Bei unseren Kontrollen verhielt sich R. stets zurückhaltend und aufgesetzt freundlich. Er bot uns keine Angriffspunkte.